Capoeira ist eine aus Brasilien stammende Sportart bzw. Kampftanz/Kampfspiel mit afrikanischen Wurzeln. Neben einem breiten Bewegungsrepertoire, welches Tritttechniken, Meidbewegungen, Tanzelementen und Akrobatik umfasst, ist die traditionelle Musik ein zentrales Element in der Capoeira: Capoeira wird immer nach dem Rhythmus des Instrumenten namens „Berimbau“, aber auch des „Pandeiro“ (Tamburine) und eventuell von anderen Percussions-Instrumenten ausgeübt.

 

Das Technik- und Musiktraining dienen der Vorbereitung für die Teilnahme an der „Roda“ (portugiesisch für Kreis). Das ist ein aus Menschen und Instrumenten gebildeter Kreis in dem immer zwei Kontrahenten gegeneinander antreten und in der Regel spielerisch ein Duell austragen. Sie sind gleichzeitig Gegner und Partner, und bilden mit ihren Körpern und Bewegungen eine Art „Frage-Antwort-Spiel“. Die Begleitmusik dazu wird von Teilnehmern des Kreises gespielt. Musiker und Spieler wechseln sich ab, so dass jeder Kreis-Teilnehmer in den Genuss der Bewegung kommen kann.

 

Das Capoeira-Spiel kennt keinen Gewinner und keinen Verlierer, sodass das Ziel viel mehr die Perfektionierung der gelernten Techniken, die Vergnügung an der Teilname an der „Roda“, und die Interaktion mit den weiteren Teilnehmern ist.

 

Herkunft

Capoeira ist eine afro-brasilianische Kampfkunst. Afro-brasilianisch weil sie in Brasilien von den aus Afrika verschleppten Sklaven in der Kolonialzeit entwickelt wurde. Diese Sklaven benutzten Elementen aus verschiedenen traditionellen afrikanischen Stammes- Tänzen und Kämpfen, um daraus eine Waffe gegen die Unterdrückung neu zu entwickeln. In späteren Zeiten spürte Capoeira die Einflüsse anderer Ethnien im Brasilien, wie etwa der portugiesischen oder der von den Indios. Man behauptet sogar, dass Capoeira diesen letzten ihren Namen verdankt.

 

 

Jean Baptiste Debret: Joueur d'Uruncungo (1826). Ein afrikanischer Sklave spielt Berimbau.

 

Nach einer langen Geschichte von Diskriminierung und sogar Kriminalisierung wurde Capoeira am Ende der 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts offiziell als Sportart in Brasilien anerkannt.

 

Heute ist Capoeira in bekannten Werbungen, Filmen und Musik-Videoclips zu sehen. Sie wird aber auch weltweit in verschieden sozialen Projekten mit großen Erfolg eingesetzt.

 

Capoeira wird heute in mehr als 150 Ländern von Millionen Menschen praktiziert und wird zu einer gemeinsamen Sprache zwischen Menschen verschiedener Kulturen. 2008 wurde Capoeira als nationales Kulturerbe Brasiliens offiziell anerkannt. 2014 wurde auch die „Roda de Capoeira“ (der Capoeira-Kreis) durch die UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe auserkoren.

Text: Manoel da Silva